Dienstag, 24. April 2007

Meine Osterferien in Aussie-land

Da meine Osterferien meine längsten Ferien hier sind und ich unbedingt noch einmal richtigen Sommer vor dem Winter haben wollte, bin ich für 2 ½ Wochen nach Australien geflogen. Zunächst bin ich mit Thilo, meinem ehemaligen Mitbewohner, der gerade in Brisbane studiert, 9 Tage lang von Brisbane aus gen Norden Richtung Cairns gefahren. Wir haben die Entfernungen etwas unterschätzt und in den 9 Tagen 4 000 km zurückgelegt.

Die erste Nacht hat mich die Tierwelt sehr irritiert. Wir haben im Auto in Strandnähe geschlafen und über uns sind die Flughunde von Palme zu Palme geflattert. Als ich die öffentlichen Strandtoiletten betrat, sind erstmal 10 Geckos aufgeschreckt hin und her gerannt. Während ich das am Anfang echt nicht witzig fand, habe ich mich im Laufe der Reise ganz gut an die Tiere gewöhnt und fand die Geckos am Ende sogar irgendwie ganz niedlich. Aber nur die ganz kleinen. Die 1 m lange Riesenechse, die meinen Weg kreuzte, hat mich dann doch mehr an einen Mini-Dinosaurier erinnert.

Auf unserer Reise haben wir auch die Whitsunday Islands besucht. Das ist eine Inselgruppe mit ungefähr 74 Inseln und traumhaften Stränden. Wir sind da ein bisschen rumgeschnorchelt. Wenn man Brot in die Hand genommen hat, sind sofort ganz viele Fische angekommen und haben daran geknabbert. Als plötzlich ein etwas größerer Fisch bei mir ankam, habe ich das Brot allerdings sofort fallen gelassen. Weiter nördlich konnte man leider nur mit einem Stinger Suit baden gehen, weil die jelly box fishes und marine stinger dort noch waren und es echt böse Folgen hat (sogar tödliche), wenn man damit in Berührung kommt.
Wir haben es nicht ganz bis Cairns geschafft, sondern nur bis 100 km davor zum Mission Beach. Dort ist es bereits richtig tropisch und wir haben ein paar Spaziergänge im Regenwald gemacht. Da ich die Pflanzenwelt dort so beeindruckend fand, deklariere ich das hiermit zu meinem schönsten Ferienerlebnis.
Überhaupt fand ich die Pflanzen und Blumen in Australien total toll. Überall haben Hibisusse geblüht und Strelitzien wachsen dort am Straßenrand. Außerdem sind dort bunte Sittiche und Kakadus umher geflogen.


Einen Tag sind wir dann auch noch mit einem ziemlich großen Schiff zum Great Barrier Reef rausgefahren. Nachdem weiter nördlich unsere geplante Tour wegen zu starkem Wind gecancelt wurde, waren wir ganz froh, dann doch noch rausfahren zu können. Der Wellengang (3m hohe Wellen) war trotz der Größe des Schiffes stark zu merken. Fast alle Leute haben Tabletten gegen Übelkeit eingeworfen (wir auch) und es wurden Spucktüten verteilt. Während Thilo dann am Reef tauchen war, bin ich nur umhergeschnorchelt. Allerdings hat man letztendlich beim tauchen auch nicht mehr gesehen als beim Schnorcheln, da das Riff ja teilweise nur 30 cm unter der Wasseroberfläche war. Die vielen unterschiedlichen Korallenarten und die Fische waren sehr beeindruckend. Ich habe auch Nemo gesehen und einige andere bunte Fische, die ich aus dem Salzwasserbecken in großen Tierhandlungen kenne.

Da Thilo eine Woche weniger Ferien hatte als ich, habe ich zum ersten Mal eine Woche alleine Urlaub gemacht. Ich bin nach Byron Bay gefahren und habe dort in einem sehr untypischen Hostel gewohnt (artsfactory). Es gab dort einen tollen Swimmingpool, Whirlpool, Sauna, Tischtennis, Billiard, Kicker, ein Kino, jeden Tag Jonglier-workshop und Yoga, Talentshow, Fireshow usw. Es war also nicht sehr schwierig dort Leute kennenzulernen. Byron Bay ist ein total schöner kleiner Ort, der fürs Surfen bekannt ist. Ich habe mich dann auch im Surfen versucht und einen Tag Surfunterricht genommen. Es war sehr anstrengend, sich immer wieder gegen die Wellen rauszukämpfen. Ein paar mal hat es aber ganz gut geklappt und ich bin auf dem Brett stehengeblieben.
Da ich während meines Urlaubs entweder in Thilos Auto oder in 6-8 Personen Zimmern in Hostels geschlafen habe, habe ich für Übernachtungen nicht zuviel Geld verschwendet.

Es war echt gut mal aus dem Studienalltag rauszukommen und nicht nur an die Hausarbeiten und Präsentationen zu denken. Außerdem habe ich viele interessante Leute kennengelernt und immer tolles Wetter (meistens bis zu 30 Grad tagsüber) gehabt. Für einen Urlaub in Australien sollte man sich allerdings ein paar Monate Zeit nehmen. Es gibt dort so viel zu sehen und zu machen, dass ich gerne länger geblieben wäre.

Mehr Fotos: http://www.flickr.com/photos/52466173@N00/