Mittwoch, 17. Oktober 2007

Finished and Sorted!


Gestern habe ich mein letztes paper abgegeben und heute meinen letzten Tag im Maori Legal Services gehabt. Das heißt: Fertig!!!

Da wir gestern Nachmittag noch „Drinks and Nibbles“ in (und sponsored by) der Law School hatten, war ich erst gegen Mitternacht imstande einen Kuchen zu backen. Hat aber geklappt und ich konnte den Kuchen dann zum Abschieds-Morning-Tea im Office präsentieren. Nerissa, eine Kollegin hatte auch noch eine Schokotorte mit Erdbeeren besorgt. Dann musste ich ne Rede halten, danach hat eine Kollegin ne Rede auf mich gehalten, dann wurde gebetet und dann konnte endlich der Kuchen angeschnitten werden. Der Höhepunkt war dann, dass Nerissa eine Kette, die sie trug, abnahm und mir gab und mir alles Gute für die Zukunft wünschte. Ich war zunächst verwirrt, weil ich dachte, sie würde mir jetzt ihre eigene Kette schenken. Daraufhin wurde mir erklärt, dass die Kette, bevor sie übergeben wird, vom Herzen angewärmt werden muss. Deshalb hat Nerissa sie sich ne halbe Stunde vorher umgehängt und der Anhänger war dann auch wirklich warm als ich die Kette umgehängt bekam. Der Anhänger ist dem traditionellen Angelhaken nachempfunden. Als ich dann bemerkte, dass das ja „Save Travel“ bedeutet, laut den Touri-shops waren meine Kollegen amüsiert und haben mir den „wahren“ Hintergrund erzählt. Da es offenbar eine der wichtigsten Maori Legenden ist, erzähle ich sie auch euch… drum gebt fein acht…:

Maui, einTyp – halb Gott, halb Mensch – war mit seinen Brüdern im Kanu (waka) voll weit draussen aufm Meer. Dann hat er seinen Zauber-Angelhaken ausgeworfen und nach kurzer Zeit zog etwas an der Angelschnur. Für einen normalen Fisch war das Ziehen viel zu stark, so dass Maui seine Brüder zur Hilfe rufen musste. Nach vielem Zerren und Ziehen kam ein Stück Land zum Vorschein: die Nordinsel (Te Ika a Maui = der Fisch des Maui). Dann haben die Brüder über den Besitz des neuen Landes rumgestritten und dabei mit ihren Waffen auf dem Land/Fisch rumgehauen. Dadurch sind die Berge und Täler auf dem Land entstanden und deshalb sieht die Nordinsel von der Form her auch nicht mehr so ganz wie ein Fisch aus.
Wellington ist übrigens der Fischkopf und die Südinsel ist das Kanu von Maui (Te Waka a Maui).

Insgesamt wurde ich von meinen Kollegen ganz doll und auch glaubhaft gelobt. Mir kamen ehrlich gesagt beim Abschied fast die Tränen, weil alle so herzlich waren. Aber das ist auch mein genereller Eindruck von Maori: super-nett, offen, großzügig, ehrlich und vor allem sehr herzlich.

Die letzen Tage waren ansonsten ziemlich stressig, aber jetzt habe ich alles auf die Reihe gekriegt. Am Samstag, also in 3 Tagen, geht es los auf die Südinsel und am Sonntag zieht auch direkt mein Nachfolger in die Wohnung ein. Mein Auto habe ich heute auch schon verkauft an einen anderen deutschen Studenten. Übergabe ist dann im Dezember.

So, morgen mach ich dann Laundry-Day und werde schon mal mit Zimmer ausräumen und packen anfangen….

Freitag, 5. Oktober 2007

Die Spargelsaison hat begonnen

Der letzte Monat ist eher ruhig verlaufen. Ich bin ziemlich fleißig, um alles rechtzeitig auf die Reihe zu bekommen. Das heißt, ich habe an meinem „Biopiray“ paper für meine bioethics-class geschrieben und auch die dazugehörige presentation gut überstanden. Ich war vor meinem Vortrag relativ besorgt, weil die Thematik kompliziert ist und der Professor einen gerne mal über einen winzigen Nebensatz, den man irgendwo ins paper geschrieben hat, ins Kreuzverhör nimmt. So war es dann auch bei mir.

Beim Maori Legal Services muss ich nur noch ein paar Stunden abreissen. Nächste Woche habe ich noch eine größere Sache anstehen: Ich spiele Lehrer und erzähle einem Haufen Maori-Teenies (ca. 20 Leute, 16 Jahre und älter) was über „Drugs, Alcohol and the Law“ und „How to deal with the police“. Das ganze 2 Stunden lang. Ich habe die kids gestern schon mal kennen gelernt, als ich einer Kollegin assistiert habe. Obwohl das überwiegend kleine Gangster sind und teilweise eher Hauptschul-niveau, sind sie doch sehr interessiert und machen gut mit.
Die Woche darauf rede ich über das gleiche Thema dann mit 12-16jährigen. Die ganze Sache ist auf jeden Fall mal eine weitere Herausforderung. Auch wenn ich ja grundsätzlich nicht so scharf darauf bin, vor mehr als 2 Leuten zu reden, habe ich das freiwillig angenommen, weil die Gelegenheit nun mal einmalig ist. Mal was anderes als im Büro Akten bearbeiten…

Ansonsten war ich die letzten Wochen nicht groß unterwegs. Ich habe einige kleinere Ausflüge rund um Wellington gemacht, aber war nie mehr als 30 km weg. Das große Umhergereise geht ja in 2-3 Wochen los. Meine Mitbewohner suchen jetzt schon eine/n Nachfolger für mein Zimmer.

Die letzten Wochenenden war ich auf einigen privaten Motto-Parties. Hier ist es sehr beliebt, dass man einer Party ein Thema gibt und ich suche dann immer krampfhaft im 2 dollar shop was für mein Outfit. Vorletztes Wochenende war eine „Pirates vs. Ninja“ Party und Claudis Cocktailparty (http://picasaweb.google.com/karsten.weigelt/CocktailParty) und letztes Wochenende war ich mit Sean auf einer gay „Cowboys and Bandits“ Party. Morgen bin ich auf einer „wear a hat“- party eingeladen. Wenn gerade nicht Party ist, geniesse ich im Moment eher gemütliches Beziehungsleben mit zu-hause-bleiben-und-einfach-nur-dvd-gucken und so.

Ach ja, und gestern war mal wieder ein größeres Erdbeben. Also nichts dramatisches, aber ich bin schon mächtig in meinem Bett hin- und hergewackelt.
Und: zumindest stagniert mein Gewicht gerade. Ich habe die ersten 7 Monate ja jeden Monat ein Kilo mehr gewogen. Leider ist das keine Muskelmasse, da ich das Fitnessstudio nicht so spannend finde. Naja, Stagnation ist schon mal super.