Sonntag, 25. Februar 2007

Der längste "Spaziergang" meines Lebens

Da dieses Wochenende die letzte Gelegenheit vor dem Winter war, wo ich 3 Tage hintereinander frei habe, habe ich mich mit Claudia und Andrew (einem Engländer, der hier studiert, um dann einwandern zu können) auf den Weg zum Tongariro National Park gemacht. Zur Einstimmung haben wir am Freitag zunächst einen kleinen 2 Stunden Walk zu den Taranaki Falls (Wasserfälle) gemacht.

Am Samstag war dann der grosse Tag des Tongariro Crossings, d.h. Vuklanüberquerung des Mt. Tonariro (1968m).


Dieser Vulkan ist vielen aus Herr der Ringe bekannt. Mir logischerweise nicht.
Um 7 Uhr (!) morgens mussten wir am Bus sein, der uns dann zum Fuße des Vulkans gefahren hat. Um 8 Uhr wanderten wir los. Spätestens 16.30 Uhr mussten wir auf der anderen Seite ankommen, um den Bus zu erwischen, der uns dann wieder abholte. Außer uns waren noch ca. 200 andere Leute auf die Idee gekommen, sich nen Vulkankrater aus der Nähe anzugucken, die sich allerdings über die Strecke verteilten.


Für den 17 km Marsch waren 8 Stunden veranschlagt, die wir auch gebraucht haben. Wir mussten 1200 m Anstieg bewältigen, wobei ich mich oftmals mit allen Vieren an den Felsen entlang hangeln musste. Eigentlich war ich nach der ersten Stunde schon total am Ende. Ich hatte nicht nur meine Haare sondern selbst die Kapuze meines Kapuzenpullis komplett durchgeschwitzt. Die Geschwindigkeit, die die anderen vorgelegt haben, entsprach einfach nicht meinem persönlichen Tempo.
Die Strapazen wurden jedoch mit atemberaubenden Panoramablicken belohnt. Es ist schon sehr beeindruckend, auf einem noch aktiven Vulkan rumzukrabbeln (letzter Ausbruch 1926) an dem überall Schwefelgase austreten. Überhaupt kam ich mir vor, als würde ich in einer Landschaft auf einem anderen Planeten umherwandern, da ich bisher nichts vergleichbares gesehen habe.
Bei den 1400 vertikalen Metern Abstieg habe ich die Leute mit Wanderstöcken arg beneidet, da ich das Gefühl hatte, meine Kniescheiben würden jeden Moment rausspringen. Am Ende des Walks kamen wir in einen regenwaldähnlichen Wald und ich empfand es als sehr erleichternd wieder Tiere zu hören und grüne Pflanzen zu sehen.

Insgesamt bin ich mit diesem Ausflug schon ziemlich an mein Limit gegangen, da ich einfach keine gute Kondition habe (Ausdauertraining ist mir ja immer zu langweilig im Fitnessstudio und Joggen sowieso) und derartige Unternehmungen nicht gewohnt bin, aber es hat sich wirklich gelohnt.
Sonntag konnte ich mich natürlich kaum bewegen und musste zum ersten Mal hier in Wellington mit dem Bus fahren, da ich mit meinen Knien die 200 Treppenstufen, die zu meinem Haus führen (der Panoramablick hat seinen sportlichen Preis) auf keinen Fall gehen konnte. Der Schmerz hat heute schon nachgelassen, aber ich habe ja auch noch nicht die Wohnung verlassen.

Nachher habe ich gleich meine erste richtige Vorlesung…

mehr Fotos wie immer : http://www.flickr.com/photos/52466173@N00/

Keine Kommentare: